Im Gespräch mit: Dr. Helmut Kramer – Eine wichtige Stimme gegen das Vergessen der NS-Justiz

In einem Vortrag blickt der Chronist der NS-Unrechtsjustiz, Justizkritiker und Verteidiger des Rechtsstaats auf sein bewegendes Leben zurück.

Mit seiner beruflichen Tätigkeit hat Helmut Kramer sich nie zufrieden gegeben. Seine Mehrfach-Kompetenz – als Richter, Rechtswissenschaftler, Rechtshistoriker und als mitgestaltender und miterlebender Zeitzeuge – machte ihn zu einer wichtigen Stimme gegen das Vergessen der NS-Justiz.

Miterleben und Mitgestalten

Schon im Jahr 1965 forderte er die Aufhebung des Todesurteils gegen ein 1944 als „Volksschädling“ hingerichtetes 19-jähriges Mädchen. Als er die Doktorarbeit seines Justizministers Hans Puvogel („Ausrottung aller Minderwertigen“) in Auszügen veröffentlichte, handelte er sich ein Disziplinarverfahren ein. Ohne die von ihm in den Jahren 1984 bis 1986 gestartete Bürgerinitiative gegen den geplanten Abriss des Wolfenbütteler Hinrichtungsgebäudes hätte es die dortige Gedenkstätte nie gegeben.

Die Justiz im Nationalsozialismus

Mit einer Verfassungsbeschwerde und als Sachverständiger im Bundestag erreichte er in den Jahren 2004/2006 die Aufhebung des NS-Rechtsberatungsgesetzes, 2009 auch die Rehabilitierung der „Kriegsverräter“. In seinem Vortrag blickt Kramer zurück auf ein bewegtes Leben und beleuchtet dabei die Rolle der Justiz im Nationalsozialismus.

Datum: 19.02.2015
Uhrzeit: ab 19:00 Uhr
Ort: Haus der Region, Raum N001,
Hildesheimer Straße 18, Hannover