Proteste gegen Pegida-Hannover (23.02.2015)

Längere Zeit war es ruhig geworden um „Hagida“, die sich mittlerweile wieder PEGIDA-HANNOVER nennen. Am Montag, den 23.02.2015 versuchten die Pegida-Hannover-Organisatoren erneut eine Demonstration in der Landeshauptstadt Hannover durchzuführen!
Obwohl nicht einmal 100 Pegida-Anhänger*innen den Weg zum Opernplatz fanden und auch beim Gegenprotest der Zulauf dieses Mal deutlich geringer blieb – vorab waren keine Gegendemonstrationen bei der Polizei angezeigt worden – fuhr die Polizei ein Großaufgebot an Einsatzkräften auf.

Durch Absperrungen der Polizei, die bereits am späten Nachmittag rund um die Oper errichtet worden waren, wurden die etwa 300 Gegendemonstrant*innen von den Pegida-Teilnehmer*innen getrennt. Circa 80 Gegendemonstrant*innen versuchten zur Anreise der Pegida-Deppen sich vor dem Holocaust-Mahnmal zu postieren, um die Hagida-Anhänger*innen und Redner*innen gebührend in Empfang zu nehmen.

Relativ kurzfristig am Vormittag teilte der Anmelder der Pegida-Bewegung der Polizeidirektion Hannover telefonisch mit, dass er die Veranstaltung nun doch nur stationär auf dem Opernplatz durchführen wolle und auf den angezeigten „Spaziergang“ verzichte.
Neben dem Protest direkt am Kundgebungsort der Pegida-Trottel fanden sich zum vorerst letzten Mal an einem Montag in der hannoverschen Marktkirche etwa 150 Menschen – Christen, Juden, Buddhisten und Moslems – um 18 Uhr zu einem Friedensgebet zusammen.
Am Opernplatz gab es vereinzelt ein paar Festnahmen auf beiden Seiten wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot oder wegen Mitführung verbotener Gegenstände. Alle uns bekannten betroffenen Personen wurden aber bereits im Laufe der Kundgebung nach einer Personalienfeststellung und ED-Behandlung (vor Ort) wieder entlassen. Die Pressestelle der Polizei vermeldet derweil aber auch Personen, die temporär für die Zeit der Kundgebung, im Polizeigewahrsam untergebracht wurden. Etwa 400 Gegendemonstrant*innen haben die Eingänge zum Opernplatz blockiert und die Pegida-Kundgebung dauerhaft mit antirassistischen Sprechchören beschallt.

Die Polizeidirektion Hannover hat nicht nur alles daran gesetzt, das die Pegida-Teilnehmer*innen auf den Opernplatz kommen konnten, sondern hat danach die Situation immer wieder komplett eskalieren lassen. Völlig grundlose Angriffe auf Teilnehmer*innen der Gegenproteste, Faustschläge, Reiterstaffel, Festnahmen – im südlichen Bereich der Oper geb es erhebliche Verletzte durch polizeilichen Pfeffersprayeinsatz!
Deutlich früher als geplant, gegen 20.20 Uhr, beendeten die Pegida-Hannover-Organisatoren ihre Kundgebung.

Nach Ende der Veranstaltung gab es noch eine kurze Auseinandersetzung zwischen Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten im Bereich des Georgsplatzes. Eine Person wurde dabei leicht verletzt und in einer Klinik behandelt.

HINWEIS: Die Gerüchte, der Ablauf und auch die angeblich beteiligten Gruppen die unter anderem auf der Facebook-Seite „Hooligans Deutschland“ verbreitet werden, sind definitiv NICHT zutreffend!

Ein Dank an alle die erneut gegen Pegida-Hannover auf der Straße waren!