Nach dem Urteil des Amtsgerichts Hannover: Tønsberg-Laden verkauft weiter Thor Steinar

Der umstrittene Tønsberg-Laden an der Podbielskistraße darf bis zum endgültigen Urteil weiter Kleidung der bei Neonazis beliebten Modemarke Thor Steinar verkaufen. Derweil wollen Gegen-Initiativen auf weitere Proteste gegen das Geschäft vorerst verzichten.

Das Urteil des Amtsgerichts hat bislang noch nicht viel verändert rund um das umstrittene Thor-Steinar-Geschäft Tønsberg in der List. Einen Tag nach der richterlichen Entscheidung, den Verkauf der in der rechtsextremen Szene beliebten Kleidungsstücke und Accessoires des Labels zu untersagen, sind die Schaufenster noch immer mit Plexiglas gesichert, die Schilder mit dem Logo mit Farbe beschmiert. Der Verkauf drinnen geht ebenfalls weiter, auch wenn die Kundschaft an einem Mittwochnachmittag nur spärlich erscheint. Nur eines fehlt: das Schild an der Eingangstür mit dem Hinweis „Aushilfen gesucht“.

Es ist noch zu früh, das Abhängen des Schildes als eindeutiges Zeichen für die endgültige Aufgabe des umstrittenen Geschäfts zu deuten. Einen Monat haben die Betreiber des Ladens – die Firma Skytec Outlets aus Brandenburg – Zeit, gegen das Urteil gerichtlich vorzugehen. Solange dürfen die Hemden, Hosen und T-Shirts, auf denen zum Teil SS-Runen-ähnliche Zeichen zu sehen sind, ohne Einschränkungen weiter verkauft werden.

„Gehen sie in Berufung, können sie ihre Waren bis zu einem endgültigen Urteilsspruch weiter veräußern, vorausgesetzt, sie zahlen eine Sicherheitsleistung in Höhe von 5000 Euro“, sagte Amtsgerichtssprecher Jens Buck.

Wie sich die Betreiber des hannoverschen Thor-Steinar-Geschäfts verhalten werden, ist noch unklar. Roman Petereins, Rechtsanwalt der Firma Skytec Outlets, war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.